The way Live goes von _hide_ (Fortsetzung von 'Das neue Café') ================================================================================ Kapitel 6: Rückkehr ------------------- Miku stand in seinem alten Kinderzimmer und lies die Erinnerungen in seinem Kopf wieder aufblühen. Er lächelte glücklich und schritt dann zum Fenster, öffnete dieses und lehnte sich etwas nach draussen. " Ein neuer Nachbar?" Der angesprochene sah auf und schaute in das lächelnde, engelsgleiche Gesicht einer Person, die ihm sehr bekannt vor kam. " Ja ich bin vor 3 Minuten hier eingezogen… du bist übrigens süß, aber verrat das meinem Freund nicht." Miku zwinkerte und konnte nicht anders als zu lachen. Auch Bou, der in seinem alten Kinderzimmer stand, musste plötzlich lachen. " Baggerst du alle so lahm an?" Miku zuckte mit den Schultern "Bei dir scheint's ja zu klappen." Der dunkelblonde Sänger sah sich kurz in seinem Zimmer um und wendete sich wieder an Bou. " Ich komm mal rüber." und schon schloss er das Zimmerfenster und machte sich auf zum Haus gegenüber zu gehen. "Miku… wenn du das nicht willst dann…" Der angesprochene blickte seinen Schatz etwas genervt an. "Bou, Schatz, Herzchen." Er nahm die Hände seines Partners und schaute ihn nun wieder liebevoll an. "Die Idee finde ich super, wirklich." Die Mine des jüngeren hellte sich sofort auf und er lächelte schüchtern. Vor ein paar Tagen erlebten Miku und Bou eine Überraschung, als plötzlich ihre Eltern vor der Haustür standen. Eigentlich war abgemacht gewesen, das Maiko, Mikus kleine Schwester, mit Katsumi zum Bahnhof kam und einer der zwei sie dann abholte, aber so ging es natürlich auch und die Familien konnten endlich mal wieder etwas Zeit miteinander verbringen. Irgendwann, während des langen Spielabends war die Idee gefallen, das Bou und Miku doch zurück in den Ort ziehen könnten wo sie vorher gewohnt hatten und je länger Miku darüber nachdachte desto klarer wurde ihm, das dies ein ziemlich raffinierter Plan ihrer beider Eltern war, aber es war ein Plan, der ihm gefiel. Endlich gab es Leute, die auf Katsumi aufpassen konnten, sie sahen ihre Eltern öfter und auch so gefiel Miku die Idee wieder dort zu sein, wo sein Leben begonnen hatte. Sein Leben mit Bou. Er schaute verliebt zu seinem Schatz, der sich voller Begeisterung mit Maiko über die Kinderzimmer Gestaltung unterhielt. Der kleine Gitarrist hatte sich Pinke Strähnchen in die Haare machen lassen und wirke sogar noch Weiblicher als sonst. Er schüttelte leicht den Kopf, ging zu seinem Engel und küsste ihn kurz auf die Wange. "Ich fahr zu Kanon und bring uns allen heute Abend was zu Essen mit." Bou nickte nur und sagte ihm, er solle Kanon schöne Grüße ausrichten und Maiko fing so fort an zu schwärmen, wie gerne sie doch Pizza zum Abendbrot hätte. Der Vocal stieg in sein Auto und machte sich auf den Weg zu Kanon. Was er Bou nicht verraten hatte war, dass dieser behauptet hatte, herausgefunden zu haben wo Teruki steckte. Nach einer gut zwei stündigen Fahrt parkte er seinen Wagen vor dem Mehrfamilienhaus und klingelte an Kanons Tür. Wie immer dauerte es eine kleine Ewigkeit, bis der Bassist öffnete, doch das war Miku ja auch schon gewöhnt. "Wo ist Teruki?" Miku wartete gar nicht, bis er drin war, sondern sprudelte sofort los. Kanon sah den jüngeren traurig an "Komm erst einmal rein." Nachdem sich Miku die Schuhe ausgezogen hatte und ins Wohnzimmer gesetzt hatte, setzte sich Kanon neben ihn und legte ein Foto auf den Tisch. Miku fragte sich was das sollte, nahm das Foto und starrte es verwundert an. " Das ist Teruki?! " Obwohl dieser Mann Teruki wirklich verdammt ähnlich war wollte Miku sich nicht darauf festlegen. Dieser andere Teruki hatte kurze, schwarze Haare und sah extrem ungepflegt aus. "Also doch." Miku drehte sich verwirrt zu Kanon. "Was 'also doch'?" "Meine Cousine arbeitet doch in einer Klinik und sie kennt Teruki. Sie hat mir das Foto gezeigt als sie erfahren hat, dass Teru vermisst wird." Miku starrte ihn völlig entgeistert an. "Eine Klinik?" Kanon nickte bloss, zog seine Kippen zu sich und reichte Miku auch eine, die dieser dankend annahm. "Sag nicht Bou hält immer noch striktes Rauchverbot im Haus wegen Katsumi…wie hält er das bloss aus." Kanon schauderte bei dem Gedanken, obwohl er auch verstehen konnte warum der junge Gitarrist das tat, es reichte ja wenn sich die 4 während der Tour gegenseitig die Luft verpesteten. Miku nickte nur knapp und zog an dem Nikotinstängel. "In was für einer Klinik ist Teruki?" Kanon setzte sich wieder grade hin und schaute den jüngeren an. "Er lässt sich gegen Wutausbrüche und Eifersucht Therapieren." Dem Vocal klappte der Mund auf und er starrte Kanon wieder fassungslos an, dann sprang er plötzlich auf und meinte wutentbrannt "Wir fahren dahin und hohlen ihn nach Hause." Miku zu widersprächen hätte genau so viel Sinn gehabt wie der Versuch einem Hund das Steppen bei zu bringen, also erhob sich der Schwarzhaarige gemächlich und folgte dem kleinen Wirbelwind in den Flur. "Sicher das du ihn mit der scheiss Frisur in die Band zurück hohlen willst?" Kanon schlüpfte in seine Turnschuhe und wartete, bis Miku seine eigenen Schuhe zu geschnürt hatte. "Wir verstecken ihn solange im Keller bis er wieder Öffentlichkeitstauglich ist." Der Bassist lachte und folgte dem anderen gehorsam zum Auto. "Sag das aber lieber nicht sonst bleibt er freiwillig in der Klinik." Miku liess sich den Weg von Kanon erklären und was schon leicht genervt, als sie endlich ihr Ziel erreicht hatten. Sie hatten Glück, das eine Freundin von Kanons Cousine grade am Empfang dienst hatte und über die Vermutung bescheid wusste, da sie sonst weg geschickt worden wären. Die 2 folgten der jungen Frau durch einen Irrgarten an Gängen und Räumen, bis sie schliesslich in den riesigen Garten geführt wurden. "Für gewöhnlich sitzt er dort hinten am Teich." sie zögerte kurz und schaute sich nervös um "Bitte fallt nicht auf, ich könnte sonst meinen Job verlieren." Kanon und Miku versicherten ihr das sie sie nicht in Schwierigkeiten bringen würden, bedankten sich und gingen dann den schmalen Weg hoch zu dem künstlich angelegten See. Wie vermutet saß Teruki dort und starrte völlig geistesabwesend auf das glitzernde Wasser. Die 2 Musiker nickten kurz in stummer Übereinstimmung und setzten sich einfach recht und links neben ihn. "Schöner Ausblick… du scheinst ne schöne Zeit zu haben." Teruki schreckte aus seinen Gedanken auf und starrte Miku an, als sei dieser eine Erscheinung. Der Drummer wollte grade aufspringen und türmen, doch er hatte Kanon noch nicht bemerkt, der nun ebenfalls wieder stand und Teruki im Schwitzkasten hielt. "Setzt dich brav hin wir wollen nur reden." Für die meisten Leute war Kanon ein ruhiger, netter Junge der sich völlig unter Kontrolle hatte, doch Kanon wusste wohl besser als alle anderen, das der Bassist fähig war einen Mord zu begehen ohne das es einen richtigen Grund gab. Er hob seine Hände als Zeichen der Aufgabe und liess sich auf die Knie sinken. "Was wollt ihr von mir?" Teruki traute sich nicht einen der 2 an zusehen, viel zu sehr plagte ihn sein Gewissen. "Tsugaro -san macht uns die Hölle heiss, aber ohne einen Drummer können wir nicht wieder zur Arbeit zumal Miku einen Nervenzusammenbruch vorgetäuscht hat." Jetzt schaute der Drummer zum ersten mal in Kanons Gesicht und dann zu Miku. Dieser hatte den Blick jedoch abgewandt und starrte scheinbar ins nichts. "Komm zurück zu AnCafe." Noch während er diese Worte sagte drehte er seinen Kopf und blickte seinem Gegenüber direkt in die Augen. Teruki hatte erwartet in Mikus Augen so was wie Abscheu oder Hass gegen ihn zu erkennen, doch da war nur dieses warme Gefühl der Freundschaft welches seinen Worten Nachdruck verlieh. "Ich kann nicht zurück kommen." Teruki hatte viel zu viel Angst vor sich selbst. Er wusste das er ein sehr eifersüchtiger Mensch war aber das es jemals so weit kommen würde hatte ihn selbst viel zu sehr schockiert. "Bou hat angedroht die Band zu verlassen wenn du nicht zurück kommst und auch Miku und ich werden nicht mit einem anderen Drummer auftreten." Bou hatte zwar gedroht einen eventuell neuen Drummer zu mobben und zu verachten, aber Kanon war sich sicher das diese Version der Drohung etwas mehr Eindruck auf ihn machte und er hatte recht. "Wie…wie könnt ihr mir das nur so leicht verzeihen… wie kann Bou…" Terukis Stimme wurde von lauten Schluchzern ertränkt, sein Körper bebte als er seinen Tränen endlich freien Lauf liess und seine Ängste langsam von ihm glitten. Konnte das alles wirklich wahr sein? Die beiden anderen Musiker klopften ihm sanft auf den Rücken und versuchten ihn mit aufmunternden Worten zu beruhigen, dennoch dauerte es über eine halbe Stunde eher sich das schwarze Schaf wieder gefasst hatte. "Ich will die Therapie noch zu Ende machen, wäre das okey?" Die 3 Jungs schlenderten über den Weg zurück zur Klinik, da es langsam spät wurde und die anderen 2 noch nach hause mussten. Miku nickte und sah Teruki grinsend an. "Aber wehe du haust wieder ab, das hat eh keinen Sinn wir finden dich." Teruki lachte kurz auf und wuschelte durch das kurze Haar den kleineren. "Keine Angst Zwerg mich wirst du jetzt nicht mehr so schnell los." Nach einem längeren Abschied machten Kanon und Miku sich wieder auf den Rückweg, stolz über ihre Heldentat und auch ein wenig besorgt über die Zukunft. "Sicher das du nicht mit zum Essen kommen willst?" Miku sah den schwarzhaarigen mit großen feuchten Augen und einem fast unwiderstehlichem Hunde-Baby-Bettelblick an. "Nein, nein und wieder nein." Seit einer halben Ewigkeit nölte Miku jetzt schon rum und versuchte den anderen zu überreden mit zu kommen aber irgendwie schien er die Bedeutung des Wortes 'Nein' nicht zu kennen. "Und wenn wir Sushi kaufen?" Okey jetzt wurde es Unfair. Der kleine Giftzwerg wusste mit welchem Essen er Kanon anlocken konnte und die zögernde Verneinung kam auch nicht mehr ganz so standhaft rüber. "Oder vielleicht doch eher Amerikanische Pizza mit dickem Boden und viel Belag…" Miku schwärmte vor sich hin wie lecker doch die Pizzen bei dem Amerikaner waren, bei dem sie schon als Jugendliche zur Stammkundschaft gehört hatten. "Es sind fast 3 Stunden Autofahrt von euch bis zu mir." Kanon konnte jetzt einfach nicht mehr wieder stehen, aber die Entfernung ihrer beider Wohnungen war ihm ein Dorn im Auge. Er könnte zwar bestimmt bei den beiden Schlafen doch er hatte sie einmal zusammen im Bett erwischt (wurde aber zum Glück nicht von den beiden bemerkt) und wollte nicht noch einmal an dieses Peinliche Erlebnis denken müssen, sollte er die 2 bei ihren Aktivitäten hören. "Warum musstet ihr eigentlich wieder in den Ort ziehen." Der Schwarzhaarige verstand diese Aktion immer noch nicht und war auch nicht grad begeistert, sie sahen sich ausserhalb der Arbeit eh schon selten und jetzt wohnten sie noch weiter auseinander. "Zieh doch auch zurück dort hin. Ist doch viel schöner als in diesem ollen Mehrfamilienhaus. Kauf dir ne Wohnung und mach ne WG mit teruki auf." Kanon seufzte laut bei Mikus Idee, liess sie sich aber wieder und wieder durch den Kopf gehen. "Okey…überredet… und heute nacht bleib ich bei euch also lasst die Finger von einander." Miku war so schockiert das er fast einen Unfall baute, doch nachdem diese beiden schrecke verarbeitet waren wurde er wieder sein altes selbst und fing an sich wie ein Kind zu freuen und Pläne zu schmieden. In der Pizzeria wurden wie von Besitzer etwas doof angeguckt, doch schnell erinnerte er sich wieder an die frechen Jungen von vor über 10 Jahren und begrüßte sie Herzlich, was zur Folge hatte das einige Mädchen sie als Miku und Teruki von AnCafe wieder erkannten und sie nicht nur für gute Cosplayer hielten. Die Zeit bis ihre Pizzen fertig waren, mussten sie nun damit verbringen Autogramme zu schreiben und sich ungeschminkt und ungestylt fotografieren zu lassen. Miku hatte damit nicht so das Problem, er genoss es immer wenn er seinen Fans Freude bereiten konnte, doch Kanon war ein Mensch der Wert auf sein Äußeres legte, wovon man heute allerdings so gar nichts sah. ' Naja wenigstens ist Teruki nicht noch dabei.' dachte er sich und schmunzelte leicht bei der Vorstellung über die Reaktion, wenn jemand Teruki so sah. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)