Left 4 Background von Rotzloeffel (Wie kamen die Survivor eigentlich aufs Dach?) ================================================================================ Kapitel 1: The Gambler ---------------------- Gestatten, mein Name ist Nick, 35, Sternzeichen…interessiert doch keinen! Einer der vermutlich nicht unbedingt zahlreichen Überlebenden, wenn ich daran zurück denke, wie viele von diesen Pennern ich den Hals umgedreht habe. Ganz ehrlich, mich hat diese ganze Zombieapokalypse ziemlich angekotzt. Nicht nur, dass sie mir nun wirklich nicht in den Kram gepasst hat, nein sie hat auch dafür gesorgt, dass ich zum ersten Mal mit meiner grünen Patentlösung für jedes Problem nicht mehr weiter kam. Bevor Sie jetzt eine falsche Idee kriegen: Ich rede von Moneten, Zaster, Mäusen, Knete…Geld. Mein Geld verdiene ich mir übrigens hart und ehrlich indem ich andere Leute beim Pokern über den Tisch ziehe. Hey, was soll‘s…weiten wir das nicht weiter aus. Jedenfalls war das der Grund, weshalb ich runter nach Savannah gekommen bin, bevor die Stadt im Chaos versank. Ich wollte ein paar Tage bleiben, die Casinos abklappern, meinen Lebensunterhalt verdienen, weiter ziehen und das ganze von vorne. Als ich am Morgen der ersten durchzechten Nacht, lippenstiftverschmiert in meinem Hotelbett aufwachte, hatte ich ja noch keine Ahnung, was für ein scheiß Tag es noch werden würde. Kaum, dass ich die Augen auch nur halbwegs aufgekriegt hatte, dröhnte mir schon der Schädel. In meiner Hand hielt ich noch immer ein Glas Scotch umklammert, der mir gerade gelegen kam um den faden Geschmack weg zu spülen, der daher rühren musste, dass ich die ganze Nacht mit sperrangelweit offenem Mund geschlafen hatte. Ich hatte es ja nicht mal mehr geschafft, mich richtig aus zu ziehen. Einer meiner Schuhe lag noch im Flur, der andere war noch an meinem Fuß und eine Socke baumelte am Deckenventilator. Mit pochendem Schädel schleppte ich mich ins Bad, schaltete beiläufig die Glotze ein und nahm all meinen Mut zusammen um einen Blick in den Spiegel zu werfen. Fataler Fehler. Erst dachte ich die roten Flecken wären ein Hautausschlag, bis mir auffiel, dass man es weg wischen konnte. Dumpf kroch mir die Erinnerung an eine adrette junge Dame in den Hinterkopf, aber irgendwas musste am Ende schief gelaufen sein, immerhin war ich ganz allein aufgewacht. Während ich versuchte das Elend, das ich derzeitig als mein Gesicht bezeichnete irgendwie ein bisschen auf zu möbeln lauschte ich beiläufig dem Nachrichtensprecher. Es war in allen Medien die Rede von einer neuartigen Grippe, die sich wie eine Seuche ausbreitete und noch vollkommen unerforscht war. Die Regierung beteuerte zwar in jedem Interview, sie habe die Sache im Griff, doch die Forscher und diese komischen CEDA Futzis, was auch immer das nun wieder für eine Gemeinschaft sein mochte, rieten der Bevölkerung dazu, besser nicht zu reisen, sich vor zu sehen und überhaupt am allerbesten nicht vor die Tür zu gehen. Bla, was kümmerte es mich, ich musste Geld verdienen. Hätte ich doch nur einmal auf die Futzis im Fernsehen gehört. Nachdem ich wieder halbwegs tauglich aussah, durchforstete ich meinen Kleiderschrank und entschied mich für meinen Lieblingsanzug. Den weißen, der mich ja nur schlappe 3.000 Dollar gekostet hat. Ich hätte keinen dümmeren Tag dafür aussuchen können. Bis zu diesem Tag war ich noch der Meinung, der Anzug hatte die Hochzeit meiner Schwester ohne bleibende Schäden überstanden (würden Sie meine 10 Jährige Nichte mit vorliebe für Dreck und Matsch aller Art kennen, Sie wüssten was ich meine), ihm würde nie wieder so sehr Gefahr drohen. Nachdem ich auch meine 1.000 Dollar Schuhe wieder an beiden Füßen hatte, frühstückte ich in Ruhe und ich meine damit in Ruhe. Normalerweise ist es am Frühstücksbuffet immer voll und Laut und irgendwelche Yuppie Penner sitzen Grundsätzlich mit ihren verwöhnten Bälgern neben mir und rauben mir den letzten Nerv, doch an diesem Morgen war es ungewöhnlich leer. Da dachte ich noch, es wäre mein Glückstag. Schon lange hatte ich nicht mehr so entspannt gefrühstückt. Entspannt und gelassen wollte ich mich also aufmachen. Im Hafen lag ein Schiff vor Anker, ein schwimmendes Casino, mein Arbeitsplatz für dieses Wochenende! Draußen wollte ich mir schnell ein Taxi nehmen, auch wenn der Weg nicht besonders weit war. Ich hasse es zu Fuß zu gehen. Es dauerte nicht lang und neben mir ging auch schon ein Taxi scharf in die Eisen. Ich schwang mich auf den Rücksitz und sagte dem Fahrer mein Ziel. Er war dick und verschwitzt. Irgendwie wirkte er nervös und sah andauernd zu mir nach hinten. Er schien wegen irgendwas aufgeregt zu sein. Anscheinend lag ihm was auf der Zunge, aber als er mein vermutlich sehr abweisendes Gesicht sah, traute er sich nicht etwas zu sagen. Ich gucke übrigens immer so, auch wenn ich mich für Ihr Gelaber interessieren sollte. Aber meistens tu ich das wirklich nicht. Jedenfalls schaffte mein verschwitzter Fahrer es nach kurzer Zeit doch, sich über mein Bände sprechendes Gesicht hinweg zu setzen und fing an mich voll zu quatschen. „Die ganze Stadt ist total verrückt geworden… vorhin hatte ich eine Junge Frau als Fahrgast…ihr schien es nicht gut zu gehen, sie wirkte ein bisschen mitgenommen. Anfangs hat sie noch mit mir geplaudert…dann war sie auf einmal still. Ich bin also rechts ran gefahren und hab sie gefragt, ob sie mal ein bisschen frische Luft schnappen will oder ob ich sie direkt ins Krankenhaus fahren soll, da, stellen Sie sich das mal vor, Sir, da beißt die kleine mir in den Arm! Mit voller Kraft!“. Erst jetzt nahm ich den Verband, den der Kerl um seinen fetten Arm trug, erst richtig wahr. Ein wenig Blut war durch den weißen Stoff gesickert. „Is ja n Ding…“, murmelte ich nur halb mit einem Ohr zuhörend vor mich hin und sah aus dem Fenster. Nach dieser eindeutigen Reaktion wandte er sich fast schon beleidigt nur noch der Straße zu und wechselte kein weiteres Wort mehr mit mir. Aber er schien Recht zu haben. Die Stadt war wirklich total verrückt geworden. Draußen gab es ein paar Tumulte, da waren Krankenwagen und überall diese CEDA Transporter und Typen in Schutzanzügen. Ich dachte mir weiter nichts dabei, bis mein Fahrer plötzlich hart nach rechts ausschlug und auf den Gehweg auswich, auf dem Menschen entlang liefen! Vollkommen überrumpelt kullerte ich auf den Sitzen hin und her und brüllte den Fahrer an. „HABEN SIE DEN VERSTAND VERLOREN SIE VOLLIDIOT?!“. Keine Antwort! Panisch kreischend sprangen die Passanten meinem Amok Taxi aus dem Weg. Alles ging so schnell, ich konnte nicht das Geringste tun und ehe ich die ganze Situation so richtig realisiert hatte, wickelte sich die Karre auch schon um den nächsten Laternenpfahl. Vollkommen außer mir, immerhin hätte ich mich vor Schreck fast Nass gemacht und damit meinen Anzug ruiniert, stemmte ich mich an den Vordersitzen hoch um meinen Fahrer zusammen zu falten, doch irgendwas stimmte nicht mit dem. Er war leichenblass…gut, das war ich in dem Moment sicher auch, aber seine Haut wirkte wie aus Papier, Adern traten dunkel darunter hervor, es stank erbärmlich nach Krankheit und sein Blick war leerer als der Kopf meiner Ex-Frau. „HÖREN SIE MICH, SIE PISSNELKE? SIE HÄTTEN UNS BEIDE FAST UMGEBRACHT!“, brüllte ich ihn an. Seine Reaktion auf meine Beleidigung empfand ich wohl zu Recht als übertrieben: er bleckte die Zähne, fauchte mich an und grapschte nach mir. Ich warf mich auf den Rücksitz zurück, bevor er mich erwischen konnte. Als hätte er auf ne Blutkapsel gebissen, quoll ihm das Blut auch schon zwischen seinen schlechten Zähnen hindurch und saute alles voll. Ich konnte gerade noch die Beine spreizen, bevor er mir alles aufs Knie gesabbert hätte. Hastig riss ich die Tür auf und sprang aus dem Taxi, um das schon einige Schaulustige herum standen und glotzten, wie die Ochsen. Ich wollte mich gerade aus dem Staub machen – mit bekloppten Taxi Fahrern wollte ich nichts zu tun haben – da knallte es heftig. Mein speckiger Taxifahrer schlug von innen gegen die Windschutzscheibe, mit einer solchen Wucht, dass das Glas tatsächlich zerbrach und als er das Faustgroße Loch, dass er da rein gedonnert hatte, mit bloßen Fingern aufriss, ohne auch nur zu registrieren, dass er sich selbige beinahe abriss, beschloss ich endgültig, die Beine in die Hand zu nehmen. Ein paar Meter weiter die Straße runter gab es dann plötzlich auch einen Aufruhr. Menschen fingen an rum zu kreischen. Da waren gepanzerte Polizisten und CEDA Futzis, die ganze Masse bewegte sich auf mich zu. Dann sah ich eine Frau, die aus heiterem Himmel auftauchte und neben mir einen Typ zu Boden riss. Ehe irgendjemand wusste, was abging, biss sie ihm in den Hals, Blut spritze überall. Die nahm das arme Schwein total auseinander! Dann passierte es überall! Überall tauchten sie auf, fielen wie die wilden Kannibalen übereinander her und zerfetzten sich gegenseitig in der Luft. Diejenigen, die noch rennen konnten, darunter auch ich, rannten schließlich was das Zeug hielt. Dieser Scheiß breitete sich in Windeseile aus, schneller als ein Furz im Wind! Ich bog in irgendeine Seitenstraße ab – die Hauptstraßen waren überfüllt von Flüchtenden – bis ich irgendwann eine offen stehende Stahltür entdeckte. Ohne nach zu denken rannte ich einfach direkt in das Gebäude und stellte fest, dass es sich dabei um ein Restaurant handelte, das in aller Eile geräumt worden war. Ich fackelte nicht lange, als ich die offen stehende, stabil aussehende Tür zum Lebensmittellager bemerkte, sondern huschte hinein, warf die Tür zu und verriegelte sie von innen, bevor ich mich überwältigt auf einen Sack Kartoffeln fallen ließ und dort erst einmal ein paar Stunden ausharrte, bis ich irgendwann von den Straßen die Nachricht hörte, die verkündete, dass diese CEDA Pappnasen Evakuierungsstationen in der Stadt eingerichtet hat, und jeder nicht Infizierte sich da einfinden solle. Eine davon befand sich in einem Hotel, nicht all zu weit von hier. Es war zwei Blocks von meinem entfernt, ich wollte bei meiner Anreise zuerst in dieses einchecken, aber es war nicht für Gäste geöffnet. Jetzt wusste ich also auch, warum. Vorsichtig entriegelte ich die Tür und riskierte ein Auge. Soweit war die Luft rein und irgendwie schaffte ich es unbehelligt durch die Hintergassen voran zu kommen, bis ich irgendwann um eine Ecke bog und in jemanden rein rannte. Zuerst dachte ich, das wär schon wieder einer von diesen verrückten, aber glücklicherweise handelte es sich um einen halbwegs normalen Menschen, eine junge Frau um genau zu sein. Sie war dunkelhäutig und trug ein grelles, pinkfarbenes Depeche Mode T-Shirt. Sie wirkte leicht verwirrt. „Ist hier dieses Hotel, von dem sie immer reden?“, fragte sie mich und blickte sich nervös zu allen Seiten um. „Nein, das ist noch einen Block weiter in der Richtung, aus der du gerade kommst, Schätzchen. Gehen wir!“. Und ohne weitere Formalitäten machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu dem Hotel, wo wir kaum dort angekommen auf noch zwei halbwegs normale Menschen trafen, die sich uns sofort anschlossen. Doch kaum, dass wir das Dach, zu dem uns die improvisierten Hinweisschilder geführt hatten, erreichten, erlebten wir ne ziemlich üble Überraschung. Ich war sowieso noch nie ein Fan von Überraschungen… Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)